Wieder nichts: Dem TC Gelsenkirchen fehlt Selbstbewusstsein

VOLLEYBALL-OBERLIGA

 WAZ: Andree Hagel 26.09.2020, 20:18

 

AHAUS.  Aufsteiger TC Gelsenkirchen kassiert im dritten Saisonspiel die ?dritte Niederlage. 1:3 in Ahaus. Sorgen macht sich Trainer Hemforth aber nicht. Die Volleyballerinnen des TC Gelsenkirchen stehen nach ih­rer dritten Niederlage im dritten Saisonspiel nun als einziges punktloses Team am Tabellenende der Oberliga. Das 1:3 beim VfL Ahaus hat sicherlich auch geschmerzt. Sorgen um seine Mannschaft macht sich Gerd Hemforth aber nicht. „Es ist ja noch nicht viel passiert. Das ist auch keine Durchhalteparole“, sagt der Trainer des Aufsteigers. Wir sind körperlich und konditionell gut aufgestellt. Was uns fehlt, ist das Selbstbewusstsein: Ich kann es.“ Dass sie es können, haben die Grillonen auch in der Partie bei dem bis dahin ebenfalls punktlosen VfL Ahaus bewiesen – allerdings nicht lange genug. „Uns fehlt die Selbstverständlichkeit, nach einem gewonnenen ersten Satz die Ärmel weiter aufzukrempeln und weiter Gas zu geben“, sagte Gerd Hemforth, dessen Mannschaft aus dem psychologischen Vorteil nach dem 25:22 und 1:0 keinen Nutzen gezogen hatte. „Wir haben nicht richtig konsequent nachgelegt, Ahaus ist vor seinen eigenen Zuschauern stark und wir sind kleiner geworden. Und je kleiner du wirst, desto weniger klappt.“

 

Knieschmerzen: Gelsenkirchens Hauptangreiferin Jacqueline Wilim muss passen

 

Zumal eine Gelsenkirchener Option schon frühzeitig futsch war: Hauptangreiferin Jacqueline Wilim verdrehte sich den Fuß, hatte wieder Schmerzen an ihrem lädierten Knie und musste ausgewechselt werden. „Das war ein Schlag ins Kontor. Aber weil wir ja kein Geld verdienen, machen wir auch niemanden kaputt“, meinte der Grillonen-Trainer. Da Kathrin und Sabine Burczyk privat verhindert waren und somit zwei weitere Angreiferinnen fehlten, „waren die Wechselmöglichkeiten nicht so prickelnd, um auf Dauer für richtig neuen Schwung zu sorgen“, sagte Gerd Hemforth. Ob es mit den Burczyk-Schwestern im Münsterland besser gelaufen wäre, wollte der Trainer nicht sagen. „Das weiß man nicht“, meinte er. Der dritte Satz ist eine Short-Story – nur neun Gelsenkirchener Punkte

Nachdem die TCG-Volleyballerinnen den 1:1-Satzausgleich hatten hinnehmen müssen, lief im dritten Abschnitt fast gar nichts. „Das war eine Short-Story“, meinte Gerd Hemforth, dessen Team gerade mal neun Punkte geholt hatte. Hoffnung, den Tie-Break zu erreichen, keimte im vierten Satz auf. Aber? „Dann“, sagte der Coach, „war wieder der Wurm drin.“ Dieser Wurm lässt sich auch beschreiben, nämlich so, dass den Grillonen Fehler unterlaufen, die normalerweise nicht passieren.„Das sind drei, vier, fünf Aktionen, und die machen in einem Satz den Unterschied aus“, sagte Gerd Hemforth, der versuchte, dezent zu kritisieren – und zwar so: „Wir hatten zwölf Mädels dabei, und jedes hatte die Möglichkeit zu zeigen, was es kann.“ Und? „Das ist in einigen Bereichen nicht ganz so hervorragend gelungen. Das ist eine Kopfgeschichte. Wenn du anfängst, nachzudenken, bist du schon auf der Verliererseite.“

 

Nächstes Grillonen-Spiel am 10. Oktober bei der DJK Sportfreunde Datteln werden die Oberliga-Grillonen in zwei Wochen in Angriff nehmen, wenn sie am 10. Oktober (Samstag, 15 Uhr) bei der DJK Sportfreunde Datteln gastieren werden. „Wir müssen uns“, sagt TCG-Trainer Gerd Hemforth, „jetzt schütteln und neu aufstellen.“

Sätze: 22:25, 25:20, 25:9, 25:13.

TC Gelsenkirchen: Zagozen, Wilim, Müller, Gebauer, Schneyer, Salumu, Ress, Moskopp, Arifi, Plura, Palowski, Rietz.

 

Eine Frage des Willens für die Grillonen

WAZ - Thomas Tartemann 25.09.2020, 20:18

 

Gerd Hemforth, der Trainer der Oberliga-Volleyballerinnen des TCG, sah Fortschritte in der Partie gegen den Telekom Post SV Bielefeld. Am Samstag spielt das Team beim ebenfalls sieglosen VfL .

Beim VfL Ahaus sollen für die Volleyballerinnen des TC Gelsenkirchen die ersten Oberliga-Punkte her. Die Burczyk-Schwestern fehlen.

 

Die Spielerinnen des Volleyball-Oberligisten TC Gelsenkirchen nehmen heute beim VfL Ahaus (16 Uhr, Halle am Berufskolleg für Technik) ihren dritten Anlauf, um in der noch jungen Saison erstmals Punkte einzufahren. Nach dem sang- und klanglosen 0:3 zum Auftakt bei VoR Paderborn II setzte es im zweiten Duell zuhause ein 1:3 gegen Telekom Post SV Bielefeld. „Da“, sagt Trainer Gerd Hemforth, „war eine Steigerung zu erkennen, aber das steht nicht in der Tabelle. Jetzt müssen Punkte her. Alleine schon deswegen, um zu vermeiden, dass wir in einen Negativstrudel geraten.“

 

Da Ahaus ebenfalls mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet ist, erwartet der Grillonen-Coach „ein Duell auf Augenhöhe“. Nicht die Qualität wird in dieser Partie den Ausschlag geben, sondern der größere Biss. Hemforth: „Das wird eine Frage des Willens.“ Der ehemalige Gymnasiallehrer zeigt sich, was die Trainingseindrücke der letzten Tage angeht, zuversichtlich. „Wir sind in Sachen Spielfluss jetzt besser drauf. Die Intensität im Training ist hoch, die Abläufe klappen wesentlich flüssiger als zu Beginn.“

 

Gerade beim Auftaktspiel wirkten die Grillonen wie versteinert, waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt, offenbarten zum Teil unerklärliche Fehlerquellen und erstarrten respektvoll vor dem Gegner. „Wir sind nicht gut gestartet, haben aber versucht, jetzt einige Baustellen zu beseitigen. Im letzten Jahr haben wir das erste Spiel gegen Höntrop gewonnen, das gab direkt Zuversicht, Schwung und Selbstvertrauen. Wir haben uns bestätigt gefühlt und eine gewisse Aufbruchstimmung gespürt. Jetzt sind wir in der neuen Liga erst einmal hinten dran, aber ich sehe bei meinen Spielerinnen keinen Knick in der Psyche.“

 

Das Spiel ist die Belohnung

 

Gerd Hemforth sagt das, was er den Mädels schon vor dem Start mit auf den Weg gegeben hat: „Sie sollen mit Riesenspaß in die Volleyball-Spiele gehen. Am Wochenende ist das Spiel die eigentliche Belohnung für die geleistete Trainingsarbeit unter der Woche. Wer hat schon Lust, die ganze Woche hart zu arbeiten, dann auswärts zu verlieren und mit langen Gesichtern zurück nach Gelsenkirchen zu fahren?“ Die Antwort schickt der Coach gleich hinterher: „Keiner.“

 

Mit Kathrin und Sabine Burczyk fällt das Schwestern-Duo bei den Grillonen für das Spiel in Ahaus aus privaten Gründen aus. Dafür rückt Neuzugang Denise Palowski erstmals in den TCG-Kader. „Wenn es der Spielverlauf zulässt, wird Denise auch einige Einsatzminuten bekommen. Versprechen kann ich nichts, aber es ist für sie erst einmal wichtig, dabei zu sein. Ich habe ja schon betont, dass wir in dieser Saison wirklich alle Spielerinnen brauchen“, sagt der Trainer.

 

Rückkehrerin Joelle Salumu war in den ersten Spielen bereits dabei und hat angedeutet, dass sie den Neuling weiterbringen kann. „Sie hat eine dynamische, vernünftige Sprungkraft, ist ein positiver Typ und ein Gewinn für uns“, streicht Hemforth heraus, „allerdings hat Joelle auch zwei Jahre nicht gespielt. Das merkt man schon am Selbstvertrauen. Zudem soll sie bei uns als Mittelblockerin auch im Angriff ihre Akzente setzen, was sie bei ihren letzten Klubs so nicht gespielt hat. Im Training kämpft sie sich von Woche zu Woche besser rein.“ Nicht nur für Salumu, sondern für das ganze Team gilt: Allmählich sollte der Knoten im Spiel platzen.

 

TC Gelsenkirchen – Telekom Post SV Bielefeld 1:3 (23:25, 25:23, 24:26, 17:25)

Gresa Arifi (l.) und Jacqueline Wilim vom TC Gelsenkirchen versuchen alles, aber der Punkt geht im Volleyball-Oberligaduell an die Bielefelderinnen. Foto: WAZ

 

Gelsenkirchener Volleyballerinnen brauchen noch Zeit

 

Thomas Tartemann - WAZ

12.09.2020, 19:18

 

Gelsenkirchen  Aufsteiger TC Gelsenkirchen zeigt sich in der Oberliga zwar formverbessert, kassiert aber die zweite Niederlage im zweiten Spiel.

An dieses Bild müssen sich Spielerinnen und Fans erst gewöhnen. Zwei Spiele sind in der Volleyball-Oberliga absolviert, aber noch steht die Null bei den Grillonen. Nach dem sang- und klanglosen 0:3 zum Auftakt bei VoR Paderborn II zeigten sich die Gelsenkirchenerinnen zuhause in der Wildenbruchhalle gegen Telekom Post SV Bielefeld zwar verbessert, verloren aber am Ende erneut deutlich 1:3. Mit null Zählern kleben die Grillonen vorerst im Tabellenkeller der Oberliga fest.

Ähnlich wie zuletzt in Paderborn erwischte der Aufsteiger auch vor heimischem Publikum keinen guten Start. Im ersten Satz lagen Nadine Müller & Co. früh mit 0:6 im Hintertreffen. „Das darf einfach nicht passieren. So einen klaren Rückstand aufzuholen, kostet immer viel Energie. Meine Spielerinnen hatten teilweise gute Aktionen dabei, bevor dann wieder einfache Fehler hinzukamen. In den entscheidenden Situationen fehlt uns noch die Abgeklärtheit“, analysiert Trainer Gerd Hemforth.

Zwar kamen die Grillonen im ersten Satz zurück, glichen zum zwischenzeitlichen 21:21 aus, aber das bessere Ende hatten die Bielefelderinnen. Im zweiten Satz wirkten die TCG-Mädels griffiger und zielstrebiger. Der Lohn: Eine schnelle 6:1-Führung, die aber im weiteren Satzverlauf zusammenschmolz, bevor es im Endspurt doch noch zu einem 25:23 reichte. Nach dem Satz-Ausgleich folgte wieder ein Dämpfer.

Die Gastgeberinnen, die auf Kerstin Zagozen (erkrankt), Lena Moskopp (wegen Knieproblemen geschont) und Neuzugang Denise Palowski (private Gründe) verzichten mussten, gerieten mit 4:8 und 9:14 in Rückstand, kämpften sich zurück und kamen zum 24:24-Ausgleich. Wieder verbuchten die Bielefelderinnen die entscheidenden Punkte zum knappen Satzgewinn. Gerd Hemforth: „Es war ein intensives Spiel auf Augenhöhe. Die Bielefelderinnen hatten unsere Begegnung in Paderborn, bei der wir wirklich nichts auf die Kette bekommen haben, beobachtet. Sie mussten sich gegen uns richtig strecken. Für meine Mädels wäre ein Punkt absolut verdient gewesen.“

Im vierten Satz führten die Grillonen erst 6:4, gerieten dann 6:9 ins Hintertreffen und schoben sich wieder knapp 11:10 nach vorne. Vier Patzer und unglückliche Entscheidungen binnen weniger Sekunden ließen den Satz zugunsten der Ostwestfälinnen kippen. Bielefeld spielte die Führung eiskalt herunter und jubelte nach dem 25:17 ausgelassen: „Hier regiert der Post SV!“

Bei den Grillonen begannen sichtlich geknickt die Aufräumarbeiten. Das Netz wurde abgebaut, die Bälle eingesammelt, der Tisch der Corona-Beauftragten, die sämtliche Zuschauerdaten notierte und allen Besuchern Desinfektionsspray in die Hände sprühte, abgebaut. „Das ganze Drumherum hat funktioniert, alle Corona-Bestimmungen zu erfüllen, bedeutet eine Herausforderung, aber wir haben es zusammen gut gemeistert“, bilanzierte Gerd Hemforth, der mit einigen Helfern zweieinhalb Stunden vor Anpfiff in der Halle war, um alles vorzubereiten.

Was bislang noch nicht wunschgemäß funktioniert, ist das Ankommen in der höheren Spielklasse. „Wir haben einen kleinen Schritt gemacht“, sagt der Coach, „der Auftritt war deutlich besser als in der letzten Woche. Wir benötigen noch drei, vier Wochen, dann werden sich auch Erfolge einstellen. Bei uns muss eine gewisse Routine rein. Die Mädels müssen das in die Waagschale werfen, was sie können – und nicht die Highlights auspacken, die normalerweise nur funktionieren, wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen.“

 

TCG: Ress, Gebauer, Arifi, Plura, Schneyer, Wilim, S. Burczyk, K. Burczyk, Müller, Rietz, Salumu, Moskopp.

 

GRILLONEN ERHALTEN LEHRSTUNDE ZUM AUFTAKT

WAZ vom 8.9.2020

VoR Paderborn II – TC Gelsenkirchen 3:0

 

GELSENKIRCHEN.  Der TC Gelsenkirchen kassiert eine 0:3-Niederlage bei VoR Paderborn II. „Wir waren zu Beginn in Schockstarre“, sagt TC-Trainer Gerd Hemforth.

Die erste Euphorie der Volleyballerinnen des TC Gelsenkirchen hat einen kräftigen Dämpfer erlitten. Zum Auftakt in der Oberliga gab es für den Aufsteiger eine deftige Abfuhr bei der Zweitvertretung des VoR Padernorn. Die Grillonen, die in der letzten Spielzeit nur eine Liga-Begegnung knapp verloren hatten, kassierten eine 0:3-Pleite.

 

Dabei war Trainer Gerd Hemforth kurz vor Spielbeginn noch zuversichtlich. „Wir hatten keine Probleme bei der Anreise, haben eine schöne Umkleidekabine vorgefunden und uns gut eingespielt. Das sah alles positiv aus, doch als das Spiel anfing, waren alle in Schockstarre.“

 

Die Grillonen bekamen die Bälle nur so um die Ohren und lagen zwischenzeitlich 0:12 zurück. „Ich habe früh eine Auszeit genommen, um dadurch wachzurütteln und vielleicht ein Break herbeizuführen. Aber das hat alles nichts genutzt. Wir waren unbeweglich und im Kopf blockiert“, stellte der Coach fest.

 

Kaninchen vor der Schlange

 

Hemforth steckte mit seinem neuen Co-Trainer Tim Boer, der selbst bei VV Humann Essen aktiv Volleyball spielt, die Köpfe zusammen. „Wir konnten machen, was wir wollten: Es blieb alles ohne Erfolg“, so Hemforth, der feststellte: „Das hat gewirkt, als würde das Kaninchen vor der Schlange erstarren. Selbst nach Wechseln sind wir nicht richtig in Tritt gekommen. Es hat nichts funktioniert, es gab eine komplette Blockade.“

 

Der erste Satz ging mit 25:6 an die Gastgeberinnen.„Im zweiten Satz haben wir uns etwas bekrabbelt“, meinte Gerd Hemforth, „da sind wir annähernd an unsere Normalform herangekommen. Zwischenzeitlich lagen wir mit 12:8 vorne, das wirkte dann schon alles etwas griffiger.“
Satz kippt doch noch

 

Doch dann kippte auch dieser Satz, die Grillonen gerieten nach einem Paderborner Lauf mit 12:19 in Rückstand und mussten den Satz mit 21:25 abgeben. „Wir hatten wieder eine Phase, in der nichts klappte“, sagte der TCG-Trainer.
Im letzten Satz hielt der Aufsteiger ordentlich dagegen, verbuchte einige Punkte. „Es ging lange hin und her, bis Paderborn auf drei Punkte davon zog. Das konnten wir dann nicht mehr aufholen. Wenn man alle Netzfehler und die nicht optimalen Bälle, die wir gespielt haben, zusammenzählt, dann kommt man sicherlich auf zwei verschenkte Sätze. Irgendwann geht es natürlich an die Psyche, dann beginnt das Kopfkino und die Mädels fangen an, zu grübeln. Wir haben zum Auftakt Lehrgeld bezahlt, aber das ist unter dem Strich kein Beinbruch. Die Saison ist noch lang. Wir werden unsere Punkte machen“, zeigt sich der Grillonen-Coach zuversichtlich.
Analyse auf der Rückfahrt

Schon auf der Rückfahrt gingen die TCG-Spielerinnen im Bus in die Analyse, um die deutliche Niederlage sachlich aufzuarbeiten. Für sie ist die Erfahrung neu. In den vergangenen zwei Jahren eilte das Team von Erfolg zu Erfolg.

 

„Die Mädels haben selbst erkannt, woran es lag. Es gab keine Schuldzuweisungen. Wir sind insgesamt zu ängstlich, zu respektvoll aufgetreten. Heute werden wir das Ganze noch mal analysieren.“ Und dann? „Schütteln wir uns und bereiten uns auf das Samstagspiel gegen Bielefeld in eigener Halle vor. Wir stellen uns jetzt bestimmt nicht hin und sagen: Wir können nichts. Es geht darum, an kleinen Stellschrauben zu drehen und es besser zu machen“, stellt Gerd Hemforth fest.

 


Sätze: (25:6, 25:21, 25:19)
TC Gelsenkirchen: Zagozen, Wilim, Müller, Gebauer, Schneyer, Salumu, K. Burczyk, Moskopp, Ress, Arifi, Plura, Rietz

Die große Ungewissheit

Kostet das Coronavirus die Volleyball-Mädels des TC Gelsenkirchen den Aufstieg in die Oberliga?


Gerd Hemforth, Trainer der Frauen-Volleyballmannschaft des TC Gelsenkirchen, setzte sich am Mittwoch an seinen PC und verschickte Trainingspläne für seine Spielerinnen. Wegen des Coronavirus ist nicht nur der Ligabetrieb ausgesetzt, sondern auch kein gemeinschaftliches Training mehr möglich.

 

„Normalerweise haben wir vier Einheiten pro Woche absolviert. Man kann nicht einfach auf Null herunterfahren“, sagt Hemforth. Kapitänin Sarah Plura & Co. sollen in den nächsten Wochen neben Joggingläufen auch einige Übungen zuhause absolvieren, um sich fit zu halten. Hemforth hofft darauf, dass es mit dem Ligabetrieb in der Verbandsliga doch noch weitergeht.

 

„Sportlich haben wir den Aufstieg in die Oberliga bereits geschafft, aber wir wissen nach wie vor nicht, ob es dabei auch bleibt. Es gibt ja mehrere Szenarien. Für uns wäre die Variante, dass die Saison ohne Auf- und Absteiger beendet wird, am negativsten, weil dann ein ganzes Jahr Arbeit vergeblich gewesen wäre. Meine Motivation befindet sich gerade bei minus 100 Prozent. An einem Nicht-Aufstieg hätte ich sehr zu knacken. Ich weiß nicht, ob ich mir das dann nächstes Jahr noch mal antun würde. Und einige meiner Spielerinnen würden sicher auch überlegen“, knirscht der ehemalige Gymnasiallehrer.

 

Trainer sieht Fortsetzungs-Chance
Eine Spielzeit schlägt beim TC Gelsenkirchen mit rund 3000 Euro zu Buche, davon fallen rund 1000 Euro in den Bereich Schiedsrichterkosten. Hemforth: „Den betriebenen Aufwand kann man ja jetzt nicht einfach wegwischen und sagen: Wir streichen die ganze Saison.“

 

Aus Hemforths Sicht ist die Chance, nach Eindämmung des Coronavirus die letzten drei Verbandsligaspiele noch auszutragen, nicht unrealistisch. „Ursprünglich würde unsere Saison bis Anfang April dauern. Man könnte stattdessen nach der Unterbrechung im Mai wieder spielen, sofern das Virus bis dahin unter Kontrolle ist. Es geht bei uns in der Liga sportlich noch um den zweiten und drittletzten Platz. Die Relegation zum Aufstieg und Ligaverbleib könnte man an einem Wochenende sogar in einer Halle austragen. Das wäre aus meiner Sicht absolut machbar. Auch drei Ligaspiele binnen einer Woche würde man vor der Relegation sicherlich hinbekommen.“ Bleibt abzuwarten, was der Verband dazu sagt.

 

WAZ Artikel Gelsenkirchen Thomas Tartemann 18.03.2020 

OBERLIGA, OBERLIGA ... HEY HEY!!!

Die Volleyballerinnen des TC Gelsenkirchen haben drei Spiele vor Schluss den Aufstieg in die Oberliga geschafft.


Die Grillonen haben sich die Krone aufgesetzt. Am 15. Spieltag sicherten sich die Volleyballerinnen des TC Gelsenkirchen vorzeitig den Aufstieg in die Oberliga. Um kurz vor 16 Uhr wurde es in der kleinen Grundschulhalle an der Georgstraße richtig laut. Nadine Müller & Co. hatten im Heimspiel gegen TuS Bönen den zweiten Satz gewonnen – damit war der Aufstieg klar. Die Grillonen bildeten mitten im Spiel kurz einen Jubelkreis, hüpften ausgelassen mit „Oberliga, Oberliga, hey, hey“-Rufen vor dem Netz umher, bevor der Schiedsrichter mit einer höflichen Geste daraum bat, doch bitte das Spiel fortzusetzen.

 

Mit dem Gefühl des perfekt gemachten Aufstiegs fiel der Ballast von den TCG-Spielerinnen ab. Nach dem 25:23 im ersten Satz und dem ebenso umkämpften 27:25 im zweiten Satz wurde der Schluss-Akt eine klare Sache. Die Grillonen setzten sich 25:17 durch und kosteten ihren Triumph danach voll aus. Hauptangreiferin Jacqueline Wilim, die in Kürze zum zweiten Mal Mama wird und in den vergangenen Wochen beim Unternehmen Aufstieg nicht mehr aktiv teilnehmen konnte, ging mit einem Tablett voller Sektgläser durch die Halle, um Fans, Familienangehörigen und Freunden ein Schlückchen zum Aufstiegs-Prosten anzubieten. „Für mich war es der erste Aufstieg in die Oberliga, das ist natürlich etwas ganz Besonderes“, strahlte Grillonen-Spielführerin Sarah Plura. Auch Co-Trainer Norbert Zagozen sieht sich nach vielen Anläufen am Ziel der Träume. „Ich bin jetzt im elften Jahr hier in Gelsenkirchen. Zwei Anläufe Richtung Oberliga sind gescheitert, der dritte hat geklappt. Die Mädels wollten es heute gegen Bönen unbedingt klar machen, die Freude ist riesig“,Chefcoach Gerd Hemforth trommelte seine Aufstiegs-Mannschaft eine halbe Stunde nach dem 3:0-Sieg über den TuS Bönen zu einer kleinen Besprechung zusammen und blickte im Gefühl des süßen Aufstiegs schon über den Tellerrand.

 

„Die letzten drei Saisonspiele werden wir schon dazu nutzen, um im Hinblick auf die neue Saison ein paar Dinge zu probieren. Das ist doch für uns optimal, unter Wettkampfbedingungen das eine oder andere zu testen“, meint der Trainer-Routinier, der als „Vater des Aufstiegs“ gilt, das aber über sich selbst niemals so sagen würde. Kapitänin Sarah Plura: „Der Coach ist der Wichtigste hier. Ich habe in meiner Laufbahn schon viele Trainer erlebt, aber so einen wie ihn noch nicht. Gerd ist unheimlich engagiert, er organisiert für uns alles, wertet die Spiele professionell aus, macht genaue Analysen. Das ist schon deutlich mehr als Verbandsliga-Niveau. Natürlich fordert er auch viel von uns Spielerinnen, aber das muss auch so sein.“ Die Trainings-Beteiligung bei den meisten Grillonen im 100-Prozent-Bereich oder nur knapp darunter. „Die Mädels haben in der Saison hart gearbeitet, viel investiert und sich am Ende belohnt. Diesen Aufstieg werden sie mit ins Privatleben nehmen. Alle wissen, dass sie zusammen etwas Großes erreicht haben. Und das beflügelt auch in anderen Lebensbereichen“, ist sich Gerd Hemforth sicher.

 

Sätze: 25:23, 27:25, 25:17.

Artikel: WAZ Gelsenkirchen

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